Lippeseeumflut

Der durch Kiesausgrabungen entstandene Lippesee im Paderborner Stadtteil Sande hatte bis zur Fertigstellung der Lippeseeumflut am 31.März 2005 einen drastischen Einfluss auf die Wasserqualität der Lippe. Der Sedimententzug, der durch den Abtransport von Sand und Kies hervorgerufen wurde, war für massive Planktonausschwemmungen und die höheren Gewässertemperaturen im Sommer verantwortlich. Die Verschlechterung der Gewässerstrukturen, der Gewässergüte und die negative Entwicklung der Gewässerorganismen hatten zur Folge, dass sich der Fluss im weiteren Verlauf trübte und sich viele Fischarten wie die Bachforelle nicht weiter angesiedelt haben. Auf diesen Grundlagen wurde die Abtrennung des Lippeverlaufes vom Lippesee entschieden. Die Baumaßnahmen begannen im Jahr 2000 und wurden nach fünfjähriger Bauzeit zu Ende gestellt. Heute fließt die Lippe auf einer Länge von ca. 2 km in einer künstlich geschaffenen Ersatzaue am Lippesee vorbei. Diese Maßnahme war ein voller Erfolg. Bereits wenige Wochen nach Fertigstellung haben sich flussaufwärts lebende Fischarten im neuen Flussabschnitt angesiedelt. Nach einem Jahr hat es sich die Lippe in ihrem neuen Bett gemütlich gemacht. 10.000 cm³ Kies und Sand wurden durch die eigendynamische Entwicklung der Lippe umgelagert und sorgen auch unterhalb des Sees für eine Verbesserung der Wasserqualität – der Fluss ist dort heute klar, kalt und sauerstoffreich. Aber auch die Wasserqualität im Lippesee hat von diesen Veränderungen profitiert. Müll, Treibholz und Nährstoffe gelangen nicht mehr in den See, was ihn für Wassersportaktivitäten attraktiver gemacht hat. Der Lippesee ist heute ein Naherholungsgebiet, das viele Wassersport- und Freizeitaktivitäten bietet.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Bezirksregierung Arnsberg und der NZO. 

Ungefährer Standort:

Münsterstraße
33106 Paderborn-Sande