Römerlager Dorsten-Holsterhausen

In den Jahren 12 vor Chr. bis 9 nach Chr. legten die Römer sogenannte Marschlager an, die durch Wall- und Spitzgraben gesichert wurden. Sie boten Platz für ein bis zwei Legionen (6.000 – 12.000 Mann).
Erste Spuren wurden in den 20/30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entdeckt. Vier spätromanische Brandgräber wurden südlich des heutigen Wasserwerkes gefunden. Im Jahre 1952 wurden nach dem Fund einer Amphore weitere Grabungen vorgenommen, die zur Entdeckung einer Grabenanlage von ca. 54 ha Größe führten. Archäologen rekonstruierten daraus ein römisches Marschlager. Bei Kanalisationsarbeiten wurde im Jahre 1964 ein Spitzgraben angeschnitten, der Scherben römischer Amphoren enthielt. Dieser Fund gab 1999 Anlass zu der bis dahin größten Flächengrabung. Neben Feldbacköfen wurden Spuren einer germanischen Streusiedlung des 2. und 3. nachchristlichen Jahr-hunderts gefunden. Die Ausgrabungen erbrachten 6.000 Befunde, die Siedlungen der römischen Kaiserzeit und des frühes Mittelalters angehörten. Insgesamt konnten nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2002 mindestens zehn römische Marschlager nachgewiesen werden.
Im Jahre 2006 fanden weitere Ausgrabungen statt, bei denen Scherben importierter römischer Keramik gefunden wurden. Entdeckt wurden auch eine Hofanlage des 7. bis 9. Jahrhunderts sowie eine des 10./11. Jahrhunderts.
An die Römerzeit erinnert nun eine Geschichtsstation, die an der Stelle eines der zehn römischen Marschlager errichtet wurde.

Standort der Geschichtsstation: Fahrradweg alte Bahntrasse vor Querung der Straße Zum kleinen Aap